Der Weg - Chinesisches SymbolDer Weg - Chinesisches Symbol
Der Weg

Glück ist die Summe aller Entscheidungen oder Nein-Sagen kann Leben retten

  • Pankreaskarzinom
  • Metastasen im rechten Leberlappen

Eine außergewöhnliche Heilungsgeschichte, die wichtige Aspekte aufweist, wie Heilung gelingen kann. Herr K. ist im Jahre 1981 an einem Pankreas-Karzinom erkrankt. Er hat sich insgesamt 3 Operationen unterzogen. Die letzte war im Jahre 1991. Metastasen im Restleberlappen wurden entfernt. Heute, im Jahre 2016, ist er völlig frei von Krankheitsanzeichen. Er hat die Krankheit als Chance angesehen, die ihm Erkenntnisse über sich und sein Leben eröffnet hat. Den Krebs hat er nicht als Fremdkörper abgespalten, sondern ihn als "einen Teil von sich" akzeptiert. Er hat Verantwortung für sein Leben übernommen und sich auf einen mühsamen und schwierigen Weg begeben. Er hat seinen Lebensstil verändert, seine Ernährung umgestellt und seine Beziehungen neu gestaltet.  

Vor langer Zeit, genauer gesagt vor 35 Jahren hatte ich meinen ersten Krebs. Es fing alles ganz harmlos an. Berufsbedingt unterzog ich mich wieder einer obligatorischen Höhentauglichkeitsuntersuchung. Der Befund war sehr ernüchternd und für mich unerwartet. Miserable Blutwerte: Hämoglobin bei nur noch 5,0 mmol/l. Unvorstellbar für mich, denn ich hatte ja keine Beschwerden, nur seit Januar 1981 hatte ich wieder vermehrt Teerstuhl festgestellt. Keine Ahnung woher das kam, wahrscheinlich war es das Essen oder der Alkohol, dachte ich so. Meine Argumente haben nicht überzeugt, ich musste sofort ins Krankenhaus. Es war 1981, d.h., in der Diagnostik war man noch nicht soweit auch Probleme an der Bauchspeicheldrüse zu diagnostizieren. Am Rande sei erwähnt: Man legte mich in ein 12-Betten Zimmer. Alle mich Besuchenden waren von Mitleid erfüllt. Nur ich nicht. Es war meine schönste Zeit bis dahin, die ich erleben durfte. Wir hatten viel Spaß miteinander und man hatte auch seine geistigen Rückzugsmöglichkeiten.

Für mich ungewöhnlich, hatte ich doch auch Zeit viele Bücher zu lesen. Dann kam es eines Tages zu dem entscheidenden Moment. Es war die morgendliche Visite, wo man mir meine Entlassung verkünden wollte, mit den Sätzen: „Herr Schulze Sie wissen ja, wir haben bisher nichts bei Ihnen finden können. Der Professor Dr. Sperling ist im Urlaub, so haben wir entschieden, Sie wieder zu entlassen.“ Ich habe die Welt nicht mehr verstanden und ohne viel nachzudenken, habe ich spontan NEIN gesagt. Ich gehe nicht, bevor mein Professor es mir nicht persönlich sagt. Am folgenden Tag, wieder zur Visite, hatte man mir dann verkündet, dass ich bleiben darf und man auf die Rückkehr des Professors warten wolle. Der OP-Tag, 25.06.1981: 4 Mitstreiter aus meinem Zimmer waren vorbereitet (Galle und Blinddarm und ich ohne Befund) und in die OP-Etage geführt. Am Ende des Tages war nur einer operiert worden, und das war ich, ca. 8,5 Stunden OP-Dauer. Ergebnis: WhippleOP, Entfernung von Pankreaskopf (also keine totale Ektomie), Zwölffingerdarm, Gallenblase und distaler Magenteilresektion mit hohem Risiko auf Diabetes. Man hatte einen Pankreas- und Zwölffingerdarmkarzinoid entfernt, Pfennig groß, zwischen Bauchspeicheldrüse und Zwölffingerdarm angesiedelt. Zu damaliger Zeit eine ungewöhnliche Konstellation. Bis dato war nur bekannt: Entweder-Oder. Dazu eine prognostizierte Lebensdauer von 10 Jahren. Am ersten Tag auf der Intensivstation begrüßte mich der Professor und gratulierte mir zum „Fünfer“, aber nicht im Zahlenlotto.„Sie hatten Glück“ (sagte er mir), dass sie erst 39 Jahre alt sind, wären sie über 40, hätten wir das Risiko nicht mehr auf uns genommen sie zu operieren. Die ersten drei Tage nach der OP auf der Intensivstation waren noch lebensbedrohlich (Lungenentzündung), dann ging es aufwärts.
Dank meiner Resilienz war ich im Bett nicht zu halten. Mit allen Instrumenten am Körper bin ich auf der Intensivstation schon rumgewandelt. Ausgestattet mit viel Vitaminen und Morphium. Nach dem 14tägigen Aufenthalt wurde ich dann wieder auf Station umgelegt, aber leider nur noch in ein 3-Bett Zimmer. Die Wunden heilten schlecht(septisch). Drei Wochen lang hat man mir eine Absaugpumpe angelegt ohne Ergebnis. Dann hatte man mir vorgeschlagen, trotzdem den Krankenhausaufenthalt zu beenden und Zuhause weiter zu versorgen. Da kam mir mein anthroposophischer Arzt zu Hilfe und gab mir ein Schlangengift auf die Wunden. Es ist ein Versuch, so sagte er, denn er konnte dieses Serum nur einmal anwenden. Erfolgreich, am nächsten Tag war alles langsam abgeklungen. Problematisch war die Zeit danach auf der Station, insbesondere die Versorgung mit der richtigen Nahrung. Man glaubte mir mit Enzymtabletten eine normale Nahrung anbieten zu können. Ging total daneben. Unverdaut hat alles wieder seinen Ausgang gefunden. Käse glaubte man wäre zu fett, aber genau das verlangte mein Körper und hatte ich gut vertragen, aber damit konnte ich nicht mein Energiedefizit wettmachen. Dank meiner WestSchwester, d.h. meine Schwester lebte in Westberlin und war auch OP-Schwester obendrein, versorgte mich regelmäßig im Krankenhaus (Dank der politischen Einigung auf Passierscheinabkommen) mit Astronautennahrung, also Pulver reich an den 8 essenziellen Aminosäuren und Vitaminen. Das hat mich relativ schnell wieder fit gemacht. Entlassen nach einem halben Jahr Krankenhausaufenthalt, gab der behandelnde Arzt mir die Prognose mit auf den Weg, nur noch zehn Jahre Leben vor mir zu haben und Invalidisierung. Invalidisierung habe ich nicht angenommen.
Mein Ziel war schnell in die Normalität zurück zukommen, auch wenn es physiologisch/körperlich sehr schwer war. Hilfe für diese Entscheidung kam nicht von ungefähr.
Ich habe die Zeit nach der OP intensiv genutzt, um mich mit meinem Krebs auseinander zu setzen. Mir war sofort bewusst: „Das hast Du Dir selbst zu verdanken.“ Dazu half mir Literatur von einem Arztehepaar aus Amerika. Darin wurde eindrucksvoll beschrieben, dass der Krebs ein Teil von mir selbst ist und kein Fremdkörper. Dazu als Vorlage viele Metaphern Beispiele zur Verdeutlichung des Problems. Folge war, ich hatte viele wichtige, persönlich bezogene Entscheidungen getroffen, mit dem Ziel Stressabbau und Lebensqualität zu erlangen. So war es kein Zufall, dass ich meine Frau fürs Leben gefunden habe. Durch ihr umfangreiches Wissen auch über Kräuter, speziell Wildkräuter, und Pflanzenkunde, versorgte sie uns täglich neben ihrem ausfüllenden Beruf mit ausgezeichneter Vollwertkost. Angefangen mit Pankreas-Diät, die so gut zubereitet auch von allen Familienmitgliedern gegessen wurde ohne Einschränkung des Wohlgeschmacks. Trotz meines Handicaps war es nicht leicht mit mir, diese Umstellung hin zukriegen, weil ich ein ausgesprochener Fleischesser war.

Neun Jahre sind dann vergangen, immerhin ein Jahr früher als vorhergesagt, eine erneute Diagnose aber mit der Chance zum Weiterleben: Metastasen am rechten Leberlappen. 1989 die 2. OP, Leberteilresektion in der Charité. Zur Wendezeit 1991 noch einmal eine schlechte Nachricht: Metastasen im rechten Restleberlappen. Dies hatte man im Behring-Krankenhaus, damals noch Westberlin, bei einer persönlich gewünschten Nachuntersuchung festgestellt. Mein Glück war es, dass zwar schon die politische Wende war, aber noch keine Vereinigung der Gesundheitssysteme Ost-West. D.h. in der zuständigen Charité musste ich mich nochmals untersuchen lassen, mit dem vermeintlichen Hinweis aus dem Behring-Krankenhaus, dass hier Metastasen festgestellt worden waren. Die Charité verneinte im Ergebnis ihrer Untersuchung die Diagnose mit der Feststellung, es handele sich hierbei lediglich nur um ein Gefäß. Hier lag für mich der Verdacht nahe, entweder Vertuschung der Tatsache, dass bei der 2. OP nicht alles entfernt wurde. Laut Protokoll hatte man sich abgesichert, dass alles entfernt worden sei, soweit man das kranke Gewebe erreichen konnte. Oder Unwissenheit gepaart mit noch schlechter technischer Ausstattung an radiologischen Geräten. Mein Glück war der gute Kontakt zum Behring-Krankenhaus über meine Schwester (OP-Schwester im Behring). Das Behring-Krankenhaus hat dann entschieden, mich über die Notaufnahme stationär aufzunehmen, um die Operation am rechten Restleberlappen durchzuführen. Das Problem bei der Operation war, dass das Geschwür im nahen Bereich der vorbeiführenden Vene Cava lag. Der Operateur, Prof. Dr. Conrad, sagte mir dann nach der geglückten OP, dass uns ein großes Glück zur Seite stand. Die Operation war nur noch möglich, weil der Krebs eine untypisch kreisrunde Form hatte. „Da hat wohl ihre Misteltherapie einen Anteil daran“, meinte er. Er konnte sich noch erinnern, dass ich ihm bei der Anamnese sagte, dass ich im letzten Jahr wäre(im siebten Jahr also) einer homöopathischen Misteltherapie. Zugegeben, hatte er es noch mit etwas Schmunzeln zur Kenntnis genommen. Nach der gelungenen OP kam er aber zu der Erkenntnis, dass hier doch die Theorie der Misteltherapie Realität geworden ist, d.h. der Misteltherapie sagt man nach, dass sie den Krebs nicht verhindern kann, aber das gesunde Gewebe um das Krebsgeschwür so stark macht, dass der Krebs diese Form angenommen hatte. Wäre das nicht so, so sagte er mir, hätten sie mich nicht mehr operieren können, weil der operative Bereich schon zu dicht an der vorbei führenden Vene cava lag. Ende gut alles gut. Lange Jahre hatte ich dann noch meine Nachsorge bei dem Radiologen Dr. Huben fortgesetzt, der 1991 von Berlin nach Wertheim umsiedelte, um eine eigene Praxis zu eröffnen. Ihm hatte ich es zu verdanken, so sagte es der Professor damals, dass überhaupt dieser Krebs entdeckt wurde. Nun ist es schon mindestens zehn Jahre her, nach der letzten radiologischen Vorsorgeuntersuchung, und ich bin fit wie ein Turnschuh, aber auch Dank meiner persönlichen Prävention und meiner Frau.